FAQ
Warum Olympische Winterspiele in Deutschland?
Olympische Spiele sind die größte Multisportveranstaltung der Welt und damit der Superlativ sportlicher Großveranstaltungen.
Deutschland ist eine Wintersportnation. Deutsche Athletinnen und Athleten haben bei den vergangenen Olympischen Winterspielen, bei Weltmeisterschaften und Weltcups hervorragend abgeschnitten und gehören zu den Weltbesten.
Die Begeisterung des deutschen Publikums, insbesondere bei Veranstaltungen im eigenen Land, ist unübertroffen. Sowohl für das deutsche Publikum als auch für die deutschen Sportler sind die Olympischen Spiele das sportliche Highlight überhaupt. Bei zahlreichen Sportgroßveranstaltungen, wie beispielsweise während der FIFA Fußball WM 2006, hat Deutschland gezeigt, wie begeisterungsfähig die Bevölkerung ist, welche besondere Atmosphäre es zu bieten hat und zu welchen organisatorischen Höchstleistungen es imstande ist.
Deutschland bietet vor diesem Hintergrund die besten Voraussetzungen für perfekte Olympische Winterspiele im Jahr 2018.
Wer bewirbt sich neben München für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018?
Neben München bewerben sich Annecy (Frankreich) und PyeongChang (Südkorea) um die XXIII. Olympischen und XII. ParalympischenWinterspiele 2018.
Wer ist alles an der Bewerbung beteiligt?
An der Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee um die Ausrichtung der XXIII. Olympischen und XII. Paralympischen Winterspiele 2018 sind folgende Gebietskörperschaften und Organisationen beteiligt:
Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH ist damit beauftragt, die Bewerbung zu koordinieren. Die Gesellschafter haben zur Bearbeitung der Bewerbung verschiedene Projektgruppen gebildet:
- Projektgruppe des DOSB
- Koordinierungskreis der Landeshauptstadt München
- Projektgruppe des Freistaates Bayern
- Olympiabeirat der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen
- Projektgruppe des Landkreises Berchtesgadener Land
Die Teilnehmer der Projektgruppen verteilen sich je nach ihren Themenschwerpunkten auf neun Fachkommissionen. Diese kümmern sich gezielt um die Beantwortung der Fragen für die Erstellung des Bewerbungsdokuments, welches beim IOC einzureichen ist:
- Fachkommission „Sportstätten und Olympisches Erbe“
- Fachkommission „Politische Unterstützung & Finanzierung“
- Fachkommission „Umwelt“
- Fachkommission „Transport & Verkehr“
- Fachkommission „Unterbringung“
- Fachkommission „Sicherheit “
- Fachkommission „Medizin“
- Fachkommission „Paralympics “
- Fachkommission „Garantien“
Wer ist das Nationale Olympische Komitee für Deutschland und was ist seine Aufgabe während der Bewerbung?
Seit im Jahr 2006 das Nationale Olympische Komitee für Deutschland und der Deutsche Sportbund fusionierten, nimmt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Aufgaben eines Nationalen Olympischen Komitees wahr.
Der DOSB entscheidet, welche deutsche Stadt sich für Olympische Spiele beim IOC bewerben darf und reicht die Bewerbung fristgerecht ein.
Am 8. Dezember 2007 hat sich der DOSB für eine Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 ausgesprochen. An der dafür gegründeten Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH hält er 51 Prozent der Anteile. Der DOSB- Präsident, Dr. Thomas Bach, hat den Vorsitz in der Gesellschafterversammlung übernommen. Der DOSB hat eine Projektgruppe München 2018 eingerichtet und arbeitet während der Bewerbungsphase in der Steuerungsgruppe und den Fachkommissionen der Gesellschaft mit.
Mehr Informationen auf der Homepage des DOSB: www.dosb.de
Wer ist die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH?
Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit 51 Prozent, die Landeshauptstadt München (30 Prozent), der Freistaat Bayern (9 Prozent), die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen (8 Prozent) und der Landkreis Berchtesgadener Land (2 Prozent).
Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH unter dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Willy Bogner und Geschäftsführer Bernhard Schwank, ist damit beauftragt, alle Aufgaben und Belange im Zusammenhang mit der Bewerbung wahrzunehmen und zu koordinieren.
Wie sieht der Bewerbungsprozess für Olympische Winterspiele aus?
Im Dezember 2007 hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entschieden, dass München zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land der deutsche Kandidat für eine Bewerbung um die XXIII. Olympischen und XII. Paralympischen Winterspiele 2018 sein wird.
Die nächsten Schritte:
Im Herbst 2009 startete der internationale Bewerbungsprozess. Bis zum 15.Oktober konnten die Nationalen Olympischen Komitees (NOK) eine Bewerbung um die Ausrichtung der Spiele 2018 anmelden. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich München offiziell als Applicant City (Bewerberstadt) bezeichnen. In dieser ersten Phase erarbeitete die Bewerbungsgesellschaft das erste Bewerbungsdokument (Mini Bid Book), das am 15. März 2010 an das IOC übergeben wurde. Am 22. Juni 2010 nominierte das IOC die Candidate Cities (Kandidatenstädte).
Die Entscheidung:
Am 22. Juni 2010 wurde München als Candidate City nominiert. Bis Januar 2011 muss jetzt ein zweites Bewerbungsdokument (Bid Book) erarbeitet werden. Dieses ist die Grundlage für einen Besuch der Evaluierungskommission des IOC. Die Evaluierungskommission verfasst nach der Besichtigung einen Bericht, den sie im Juni 2011 an alle Mitglieder des IOC versendet. Der Bericht und die Präsentation der Kandidaten sind wiederum die Basis für die Wahl der Host-City (Gastgeberstadt) für 2018 bei der IOC- Vollversammlung am 6. Juli 2011 in Durban, Südafrika.
Welche Art von Unterstützung ist notwendig?
Die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 benötigt eine geschlossene Unterstützung der gesamten deutschen Bevölkerung.
Die umfassende politische Unterstützung durch die Bundesregierung, den Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München, die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und den Landkreis Berchtesgadener Land liegen bereits vor. Der Sport in Deutschland, der Deutsche Olympische Sportbund, die Sportfachverbände, die Landessportbünde tragen die Bewerbung mit großer Überzeugung.
Aber auch über den Sport hinaus wird die Unterstützung von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kunst und Kultur diese Bewerbung immens stärken. Gleichzeitig ist auch die finanzielle Absicherung der Bewerbung durch Unternehmen erforderlich, um die Bewerbungsunterlagen bestmöglich ausarbeiten und die Bewerbung im internationalen Wettbewerb gut positionieren zu können.
Was kostet die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele in München 2018?
Die Planungen für die Kosten der Bewerbung belaufen sich auf ca. 33 Millionen Euro. Verwendet wird das Geld unter anderem für die Planung der gesamten Infrastruktur im Bereich der Sportstätten, der Olympischen Dörfer und des Transports und Verkehrs sowie zur Erarbeitung eines Umweltkonzeptes zur Sicherung der Umweltverträglichkeit der Spiele.
Nach Vorgabe durch das IOC müssen zwei umfangreiche Bewerbungsdokumente (insgesamt ca. 500 Seiten) erstellt und Finanzierungs- und Marketingkonzepte vorgelegt werden. Auch die nationale und internationale Öffentlichkeitsarbeit für die Bewerbung ist davon zu finanzieren.
Wie profitiert die Bevölkerung der Veranstaltungsorte langfristig von den Spielen?
Das Konzept der Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee legt einen klaren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit.
Die Bevölkerung der Veranstaltungsorte wird vom Olympischen Erbe langfristig profitieren. So entstehen aus dem Olympischen Dorf neue, dringend erforderliche Wohnanlagen für die Münchner Bevölkerung.
Leistungs- und der Breitensport in den Veranstaltungsorten München und Garmisch-Partenkirchen erhalten neben frischen Impulsen für die Nachwuchsentwicklung moderne Sportanlagen auf dem neuesten Stand.
Vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur profitiert jeder Bürger in dem Maße, wie er das verbesserte Angebot nutzt. Der größere Komfort und die höheren Kapazitäten ermöglichen einen besseren Verkehrsfluss beziehungsweise eine geringere Störanfälligkeit. Einen weiteren positiven Aspekt bringt die erhöhte Aufmerksamkeit mit sich. Die Welt richtet den Blick auf München, Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land. Olympische Spiele wecken das Interesse an einer Region, kurbeln den Tourismus an und lenken den Blick auf Bayern und Gesamtdeutschland als profitablen Wirtschaftsstandort.
Was wird geplant, um mögliche Verkehrsengpässe während der Spiele zu vermeiden?
Das Verkehrskonzept zeichnet sich besonders durch kurze Wege und der damit verbundenen Verkehrsvermeidung aus. Darüber hinaus setzt es in hohem Maß auf öffentliche Verkehrsmittel.
Verkehrsmengenmodelle haben gezeigt, dass die erhöhte Nachfrage im Rahmen von bereits geplanten Vorhaben (Bundesverkehrswegeplan, Verkehrsentwicklungspläne, etc.) nahezu gedeckt werden könnte. Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Murnau wird beispielweise vorangetrieben. Die Verbindung des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen München und Garmisch-Partenkirchen wird dadurch schneller und komfortabler. So steigt auch für Touristen der Region Garmisch-Partenkirchen die Attraktivität der umweltfreundlichen Transportalternative.
Wie wird im Rahmen der Olympischen Spiele für die Umwelt gesorgt?
In München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee bestehen beste Voraussetzungen, die Olympischen Spiele im Sinne der Nachhaltigkeit auszurichten. Durch darüber hinausgehende Maßnahmen können im Umweltbereich zudem neue Standards gesetzt werden.
Eine Grundlage für das Bewerbungskonzept ist der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) prämierte Leitfaden „Green Champions“, den der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium erarbeitet hat.
Ziel ist es, Umweltbelastungen durch große Sportveranstaltungen weitgehend zu vermeiden. Die Nutzung und Renovierung bereits vorhandener Anlagen minimiert den Eingriff in die Natur und die Belastung der Umwelt. Beim Bau neuer Sportanlagen werden stringent die höchsten ökologischen Standards angewendet. Die Klimaneutralität der Spiele wird angestrebt. Daher erfolgt die Versorgung so weit wie möglich über regenerative Energie. Bei nicht vermeidbaren Eingriffen und CO2-Emissionen werden ökologische Ausgleichs- sowie Kompensationsmaßnahmen vorgenommen.
Was würde mit den Anlagen nach den Olympischen Spielen passieren?
Bereits durch die Austragung 1972 hat München langfristig von den Olympischen Spielen profitiert. Der Olympiapark ist heute ein internationales Veranstaltungszentrum und beliebtes Naherholungsgebiet.
Das ehemalige Olympische Dorf ist seit 1972 ein begehrtes Wohnviertel. Weltweit gilt das olympische Ensemble als Paradebeispiel für eine nachhaltige und langfristige Nutzung olympischer Infrastruktur. Die Austragung von Winterspielen auf den olympischen Sommeranlagen von 1972 wäre ein Novum in der Geschichte der Olympischen Spiele. Solch eine erneute olympische Nutzung würde ein Zeichen für die Zukunft des Olympischen Erbes setzen.
Denn bei einer Ausrichtung im Jahr 2018 wird auf bestehende Sportanlagen zurückgegriffen. So wird das Olympiastadion erneut als Austragungsort für Eröffnungs- und Schlussfeierlichkeiten genutzt, die große Olympiahalle steht für Eiskunstlaufen und Short Track zur Verfügung und in der Olympia-Schwimmhalle werden die Curlingwettbewerbe ausgetragen. Nach den Spielen werden diese beiden Hallen wie bisher durch die Olympiapark München GmbH genutzt.
Ähnlich sieht es in Garmisch-Partenkirchen aus. Für die FIS Alpine Ski WM 2011 wurden Umbauarbeiten am Gudiberg und der Kandahar-Abfahrt durchgeführt. Die Olympiaschanze ist erst 2008 neu gebaut worden. Die Kunsteisbahn in Schönau am Königssee wird ebenfalls bis zur FIBT Bob- und Skeleton-WM 2011 dem neuesten Standard angepasst. In allen drei Sportarten (Skisport, Skispringen und Bobsport) sind die Sportstätten regelmäßig Austragungsorte für internationale und nationale Meisterschaften und dienen als nationale Trainingszentren. Dies wird auch nach den Olympischen Winterspielen so sein.
Wo würden die Olympischen und die Paralympischen Veranstaltungen stattfinden?
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Möglichkeiten der Sportstättenverteilung geprüft
Da ein kompaktes Sportstättenkonzept als Erfolgsfaktor für eine aussichtsreiche Olympiabewerbung gilt, hat München zusammen mit Garmisch-Partenkirchen ein sogenanntes „Zwei-Park“-Konzept vorschlagen.
Der Olympiapark in München wird den "Eis-Park" mit den Eissportarten aufnehmen und Garmisch-Partenkirchen wird als "Schnee-Park" alle alpinen und nordischen Disziplinen austragen. Die Kunsteisbahn Königssee wird die beiden Parks ergänzen und kann Schauplatz für olympische Bob-, Skeleton- und Rodelwettbewerbe sein.
Das Konzept garantiert kurze Wege für Athleten und die Olympische Familie sowie für Medienvertreter und Zuschauer. So erreichen alle Athleten innerhalb ihres Clusters vom Olympischen Dorf in weniger als 20 - 25 Minuten ihre Wettkampfstätten.
Warum Winterspiele in München mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land?
Münchens Bewerbung mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land hat sehr gute Chancen, sich erfolgreich gegen den internationalen Wettbewerb durchzusetzen.
Die Olympische Geschichte der Stadt soll eine Fortsetzung erfahren. München wäre die erste Stadt, die sowohl Olympische Sommer- als auch Winterspiele austragen würde. Seit fast 40 Jahren profitieren München und die Region von den Olympischen Spielen 1972. Neben neuen Wohnanlagen im ehemaligen Olympischen Dorf, dem Olympiapark als internationales Veranstaltungszentrum und Tourismusmagnet und dem vorgezogenen Bau von U- und S-Bahn genießt die Region auch heute noch die Folgen der weltweiten Aufmerksamkeit als Tourismusziel und Wirtschaftsstandort.
Dafür kann München der Olympischen Bewegung "Danke" sagen: Mit den Olympischen Winterspielen - mit Spielen für die Athleten, für die Olympische Familie, für die Besucher, für die Menschen in der Region und weltweit.
Ökologische Spiele mit besten Bedingungen, mit neuen Impulsen für die Sportentwicklung, für die nachhaltige Nutzung der Wettkampfstätten und der Infrastruktur. Auch auf Erfahrungen bei der Organisation und Durchführung von Großevents wie Weltmeisterschaften kann an allen drei Standorten zurückgegriffen werden. Mit den Sportstätten im Münchner Olympiapark und in Garmisch-Partenkirchen sowie der Kunsteisbahn Königssee steht ein Großteil der vorgesehenen Schauplätze bereits heute zur Verfügung. Das Sportstättenkonzept ist kompakt, die Entfernungen sind kurz. München besitzt mit dem Franz-Josef-Strauss-Flughafen den viertgrößten kontinentalen und bereits vollständig olympiatauglichen Flughafen.
Zudem ist München im In- und Ausland als Ferienziel, Wohn- und Wirtschaftsstandort sehr beliebt. Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land ziehen mit ihrem typisch bayerischen Charme Besucher aus der ganzen Welt an.
Warum Biathlon- und Langlaufwettbewerbe auf dem Gestüt Schwaiganger?
Das Gestüt Schwaiganger ist der Standort für die Olympischen und Paralympischen Biathlon- und Langlaufwettbewerbe sowie einen Teil der Wettbewerbe der Nordischen Kombination. Das Gelände des Freistaats liegt in Ohlstadt, Landkreis Garmisch-Partenkirchen.
Das Gelände eignet sich aus sportfachlicher Sicht sehr gut für die temporäre Anlage der nordischen Sportstätten. Die Fläche erfüllt alle Streckenanforderungen, die das Internationale Olympische Komitee (IOC), das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und insbesondere die internationalen Sportfachverbände vorsehen. Es bieten sich zudem diverse Möglichkeiten der unterschiedlichen Loipenführung, bei denen im Allgemeinen nur geringe temporäre Eingriffe in die Landschaft im Rahmen von temporären Baumaßnahmen notwendig werden.
Mit einer Anfahrtszeit um die 25 Minuten vom Snow-Village, dem Athleten Dorf im Schnee-Park Garmisch-Partenkirchen, liegen die Sportstätten innerhalb des vom IOC geforderten Radius eines Parks von 50 Kilometern. Die Bewerbungsgesellschaft optimiert das bestehende Zwei-Park-Konzept, das vom IOC sehr gut bewertet wurde.
Das Areal wurde bereits ersten Umweltprüfungen unterzogen. Die Auswertung der ersten Ergebnisse zeigt, dass die temporären Baumaßnahmen und die damit verbundenen Stadienstandorte und Loipenführungen keinerlei geschützte Landschaftsbestandteile oder Schutzgebiete in Anspruch nehmen. Grundsätzlich werden alle benötigten Flächen lediglich temporär genutzt und – soweit Baumaßnahmen notwendig sind – werden diese im Anschluss an die Olympischen und Paralympischen Spiele wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Die Kosten hierfür sowie für Nutzungsausfälle werden vollständig übernommen und garantiert.
Temporär genutzte Neben- und Logistikflächen stehen ausreichend zur Verfügung und müssen nicht über bestehende Siedlungsgebiete oder sensible Nutzungen erschlossen werden. Zudem bestehen im Bereich des Gestüts schon befestigte Flächen, die zum Beispiel als Parkplätze für Busse genutzt werden können.
Eine Beeinträchtigung des Gestüts im Zeitraum der Wettbewerbe durch Verkehr und Lärm kann grundsätzlich nicht ganz ausgeschlossen werden. Daher wird vorbeugend ein räumlicher Schutzabstand eingehalten, um denkbare Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten.
Zwischen dem Bahnhof Murnau und dem Gestüt wird ein Bustransfer eingerichtet. Zuschauer können zudem im Rahmen eines P&R-Systems mittels Bussen zu den Sportstätten gebracht werden. Die bestehenden Parkplatzflächen im Umfeld des Gestüts werden für Busse und PKWs der Olympischen Familie sowie als Logistikflächen genutzt.
Warum in Ohlstadt und nicht in Ruhpolding?
Wir haben im Raum Garmisch-Partenkirchen einen Standort gesucht, der sowohl sport- als auch naturschutzfachlichen Anforderungen entspricht. Diese Kriterien konnten die Flächen auf dem Gestüt Schwaiganger in vollem Umfang erfüllen. Einerseits können die erforderlichen Anstiege für die Sportler nachgewiesen werden, andererseits können Loipen etc. so geplant werden, das keinerlei geschützte Flächen in Anspruch genommen werden müssen.
Moderne Olympische und Parlaympische Winterspiele finden heute in der Regel in zwei Zentren statt: einem Eiszentrum und einem Schneezentrum (siehe Vancouver 2010, Sotschi 2014). Konzepte mit weit verstreuten Wettkampfstätten sind chancenlos, weil das IOC kompakte Spiele wünscht, bei denen die Athletinnen und Athleten zusammenkommen und auch über die Einzelsportarten hinaus Kontakte und Freundschaften knüpfen. Olympische und Paralympische Spiele sind mehr als eine „Aneinanderreihung von regional verorteten Weltmeisterschaften“.
Deshalb sieht die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 ein sogenanntes „Zwei-Park-Konzept“ vor. München als Eis-Park wird demnach sämtliche Wettbewerbe der Eissportarten austragen, die Schneewettbewerbe sollen im Schnee-Park Garmisch-Partenkirchen stattfinden. Die Grundlage dieses Konzeptes wurde von allen deutschen Wintersportverbänden erarbeitet und ist von Anfang an Kern der Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land. Alle Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft – auch der Freistaat Bayern – sowie die Bundesregierung stehen für dieses Konzept. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) bewerte das Münchner Zwei-Park-Konzept im ersten Bewerbungsbuch sehr positiv.
Die folgenden Punkte sprechen für die Entscheidung für das Zwei-Park-Konzept.
Der im Rahmen der Olympischen Winterspiele erzeugte Verkehr ist eine der großen ökologischen Herausforderung. Nicht nur Zuschauer und Fans, sondern insbesondere Sportler, Teambegleiter, offizielle Vertreter der Sportverbände, Volunteers und Medienvertreter erzeugen Verkehrsströme zwischen den Wettkampfstätten. Während die Sportlerinnen und Sportler nahezu ausschließlich zwischen Wohn- oder Übernachtungsort und Wettkampfstätte pendeln, sorgen die verbleibenden Personengruppen überwiegend für Verkehr zwischen den Olympischen Einrichtungen. Eine Streuung der Einrichtungen hätte somit auch ein höheres Verkehrsaufkommen erzeugt. Bei einem kompakten Konzept, wie es die Bewerbungsgesellschaft vorsieht, werden notwendige Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen auf wenige Relationen gebündelt.
Darüber hinaus müssten bei einem dezentralen Sportkonzept zusätzliche Athletenunterkünfte gebaut werden. Auch Medienvertreter müssten zusätzlich untergebracht werden. Dadurch würde der Flächenverbrauch und die Versiegelung neuer Flächen steigen.
Die Planungen sehen vor, die Sportstätten für Biathlon bzw. Ski-Nordisch auf dem Gelände des Gestüts Schwaiganger für die Durchführung der Winterspiele 2018 nur temporär zu errichten und dieses anschließend wieder in den ursprünglichen Zustand rückzubauen.
Warum nicht Kaltenbrunn, Wallgau o.ä.?
Die Standortoption Kaltenbrunn war aus ökologischen Gründen nicht vertretbar, da umfangreiche Eingriffe in Biotopflächen erforderlich gewesen wären. Bei den weiteren Optionen u.a. das Finzbachtal und Sachsensee hätten die Flächen für Olympische und Paralympische Dimensionen nicht ausgereicht. Umfangreiche Rohdungsmaßnahmen sind nicht mit dem Konzept der Bewerbung vereinbar.
Warum nicht ein neues Biathlonzentrum in Garmisch-Partenkirchen schaffen / die Anlagen permanent aufbauen?
Im Rahmen der Bewerbung München 2018 werden in hohem Maße bestehende Sportstätten und Anlagen genutzt. Neue Strukturen werden in Einklang mit den langfristigen Entwicklungslinien der Kommunen entwickelt und diejenigen Anlagen, für die kein nachhaltiger Bedarf besteht, werden temporär angelegt. Das Areal wird im nach den Paralympischen Spielen in seinen Ursprungszustand zurückversetzt. So werden beispielsweise die temporären Tribünen für Besucher der Wettkämpfe auf dem Gestüt Schwaiganger vor Ort wieder nur angemietet. Sollte der Eigentümer permanente Bauten wünschen, kann dies in das Konzept aufgenommen werden. Allerdings besteht in Bayern kein Bedarf ein weiteres Biathlonzentrum zu etablieren.

